(14) Wer zwischen Himmel und Hölle tanzt
Fanship turns to Friendship - Forum :: Michael :: Michaels Leben ganz anders erzählt - Romane von Alexandra Nowara
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(14) Wer zwischen Himmel und Hölle tanzt

Leseprobe
Der Tag, an dem die Farben erschaffen wurden
„Sicher! Wenn ich ihnen sage, daß weder Michael Jackson noch seine Ehefrau die leiblichen Eltern dieser beiden Kinder sind, dann können sie mir glauben! Sie wissen schließlich, seit wie vielen Jahren ich für Jackson arbeite. Ich habe gehört, wie er sich mit seiner Frau unterhalten hat. Und ich sehe die Kinder fast jeden Tag - das reicht! Drucken können sie, was sie wollen und wann sie es wollen. Angaben natürlich aus vertraulicher Quelle...“, der große Mann im schwarzen Anzug wandert, das Handy am Ohr, zufrieden zum Kühlschrank, um sich eine Flasche Champagner kühl zu stellen. Die grüne Flasche erinnert ihn unwillkürlich an die seltsame Augenfarbe seines Gesprächspartners, die sich so sehr mit dessen feuerrotem Haar beißt. Die metallische Stimme des Unsichtbaren hallt unangenehm in seinen Ohren.
„...Hm, was sie da sagen, hört sich ja schon beinahe kriminell an, oder irre ich mich? Nun ja, ich meine, dann müssten wir uns noch einmal Gedanken darüber machen, was ihnen die Sache so wert wäre.“, er hält den Hörer ein Stückchen von seinem Ohr weg, als die Stimme bedrohlich laut herausquäkt. Dann lächelt er:
„...Na, immer eins nach dem anderen! Wenn ich das Geld für die Kinder-Informationen bis morgen habe, dann können wir uns auch nochmals über ihr neues Anliegen unterhalten. ...Danke, das wünsche ich ihnen auch.“
Er legt auf und wirft sich sein Jackett über. Jetzt wird gefeiert. Es ist doch immer wieder äußerst angenehm, mit gewissen Leuten Geschäfte zu machen.
„Machalan. Der Legende nach lebte er vor sehr langer Zeit, damals, als die Welt noch keine Farben kannte. Die Menschen waren umgeben von rein weißem Licht und tief schwarzem Dunkel, bewegten sich in den Konturen eines Raumes, in dem sich das Leben der Farben noch nicht entfaltet hatte. Machalan war immer sehr traurig, obwohl er keinen Grund dafür hätte benennen können. Wenn er durch den Wald ging, sah er die dunklen Baumstämme mit den hellen Blättern, sah die dunklen Wiesen mit den hellen Blumen. Tagsüber war der Himmel hell, mit einer dunklen Sonne. Des nachts schien ein heller Mond vom dunklen Firmament.
Eines nachts, er saß vor einem hellen Feuer, daß sich knisternd aus dunklem Holz erhob, wurde seine Hand von einem weißen Funken getroffen. Es war nicht der Schmerz, der ihn aufschreien ließ, sondern das seltsame Pulsieren, daß sich in einem wilden Wirbel in seinem Körper ausbreitete. Er hatte das Gefühl, als würde er von innen heraus verbrennen. Eine ganze Weile dauerte jener verwirrende Kampf, und er glaubte, daran zu Grunde zu gehen. Ohnmächtig sank er in sich zusammen. Als er wieder erwachte, war nichts mehr so wie es zuvor gewesen war. Der Funke des Lichts hatte sich in seinem Inneren gespalten und die sieben Urfarben entstehen lassen. In seinem Kopf, in seinem Körper hatte sich eine Farbenvielfalt gebildet, die er nicht gekannt hatte, nicht einmal in seinen kühnsten Träumen hatte erahnen können. Die prächtige Farbenwelt in ihm stand nun im krassen Gegensatz zu seiner hell-dunklen Umgebung. Es war schier unerträglich.
Das Wissen, das sein Inneres nun kannte, aber nach außen hin nicht vermitteln konnte, war eine solch unerträgliche Bürde, daß er beschloß, das farblose Leben zu verlassen. Machalan setzte sich in einen dunklen Acker. Dort blieb er 30 helle Tage und 30 dunkle Nächte sitzen. Die dunkle Sonne brannte unentwegt auf ihn herab, und Machalans Äußeres zog sich immer mehr zusammen und damit auch sein Inneres. Er wundere sich, daß er keinen Schmerz verspürte.
Machalan schrumpfte weiter, er war bald nicht mehr größer als ein Apfel und schließlich, am neunundzwanzigsten Tag im Acker, nicht größer als ein Regentropfen. Erfreut stellt er fest, daß er zwar geschrumpft war, aber daß sich das wunderbare Farbengefühl nicht verloren, sondern in ihm verdichtet hatte.
Am dreißigsten Tag leckten die Sonnenstrahlen den Tropfen auf, hoben ihn mit sich und setzten seinen Dunst in eine kleine Wolke. Und nun geschah Erstaunliches: Die Wolke begann zu wachsen und wurde riesengroß. Der Wind zerriß die Wolke in tausend Stücke und verteilte diese über den ganzen Himmel. Aus den vielen Wolken wurden Regenwolken, deren Tropfen bald auf die Erde fielen. Überall, wo sie aufschlugen, hinterließen sie eine bunte Spur. Schließlich war die ganze Erde davon benetzt. Machalan war verwandelt auf die Erde zurückgekehrt, um ihr die Farbenpracht zu schenken, die er empfunden hatte. So lebt Machalan weiter, solange es Farben gibt...“
„Michael, bist du fertig? Ich bin in fünf Minuten unten!“, dringt eine helle Frauenstimme in Machalans Welt.
Im nächsten Moment landet das kleine Buch mit dem glatten, blauen Umschlag ziemlich unachtsam in hohem Bogen auf dem Tisch in einem ganzen Bücherhaufen. Es schlittert über den schokoladenbeschmierten Einband eines Donald Duck-Hefts und stößt mit dem Rücken heftig gegen eine Ecke des ledergebundenen MacBeth. Aber eigentlich ist das gar kein so schlechter Platz, findet das Buch. Zwar wird es sicherlich nicht so lange hier liegen bleiben wie Shakespeare, aber auch nicht so schnell wieder verschwinden wie die Entenhauser Ente. Sein Leser würde wiederkommen. Noch kann er sicherlich nicht ahnen, wie weit die Kreise sein würden, die diese kleine Geschichte in seinem Leben ziehen sollte. Und auch nicht, daß er ihre Bedeutung erst vollständig verstehen würde, wenn er das Buch zu Ende gelesen haben würde.
Noch einmal fährt sich Lisa Marie Presley mit der weichen Bürste durch ihr kastanienfarbenes Haar und wirft ihre Mähne energisch nach hinten. Flink schlüpft sie in den engen Minirock. Ein letzter prüfender Blick in den ganz mit Silber eingefaßten Spiegel, der eine ganze Wand des Zimmers einnimmt. Fertig!
Durch den Spiegel kann Elvis Presleys Tochter auf den gigantischen Park hinaussehen, der erst weit draußen am Horizont von einer hohen Bergkette gesäumt wird. An diesem Spätsommertag strahlt die Sonne vom ungetrübt blauen Himmel auf die Ranch herab.
Neverland, das ist in der Tat der einzige Name, mit dem man dieses Fleckchen Erde beschreiben kann. Ein Tal abseits jeglicher Zivilisation, weit draußen in den Bergen vor Los Angeles gelegen. Schon beinahe in der Wüste. Ein Land ohne Grenzen, welches eigentlich nicht existiert, niemals existiert hat und auf eine wunderbare Weise trotzdem da ist. Fast genauso von Mysterien umgeben wie sein Fürst, der sich hier, vor der Welt geflohen, sein eigenes Reich erschaffen hat. Michael Jackson, ein Name, mit dem jeder irgendetwas und gleichzeitig nichts genaues verbinden kann. Und kaum einer kennt ihn besser als Lisa Marie, die mit dem sagenumwobenen King of Pop verheiratet war und den vielleicht genauso mysteriösen King of Rock ’n Roll ihren Vater nennen kann.
Die junge Frau bindet ihre schneeweißen Lederturnschuhe und macht sich auf den Weg in die Küche, um den Picknickkorb zu holen. Fröhlich strahlt sie Leonard, Michaels alten Butler an, als sie im Treppenhaus in ihrer Eile um ein Haar über ihn gefallen und gemeinsam mit ihm die letzten Stufen hinunterpurzelt wäre.
Seit gestern ist Lisa Marie zu Besuch auf der Ranch, um ‘den Laden endlich einmal wieder in Schwung zu bringen’, wie sie sagt. Und das tut sie, in der Tat. Und sie möchte ihren Ex-Mann, mit dem sie sich wieder besser denn je versteht, wenigstens an diesem Tag davon abhalten, in die Stadt ins Studio zum Arbeiten zu fahren. Denn für Lisa ist eins klar, und das hatte sie Michael, seit sie ihn kennt, immer wieder klarzumachen versucht:
„Ihr Musikgötter seid doch alle gleich!“, hatte sie stets geschimpft, „Jeden Tag schuftet ihr, als würde man euch prügeln. Ihr pflegt euren Mythos und eure Einsamkeit, und dabei ist es gerade das, was euch letztendlich ins Grab bringt! Die Welt hat euch mit der Absicht zum König geschlagen, euch hinterher zu erschlagen, nur merkt ihr das erst, wenn es schon viel zu spät ist.“
Lisa Marie wußte, wovon sie sprach, und sie sagte dies stets mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Denn für ihren Vater waren die weisen Worte zu spät gekommen, für Michael hatte sie noch Hoffnung gesehen. Und in der Zwischenzeit hat er wohl auch bemerkt, was sie damit sagen wollte...
Mit dem Korb in der Hand, den die Köchin mit großer Sorgfalt gerichtet hatte, stürmt Lisa Marie die Eingangshalle. Doch eine Sekunde zu spät. Gerade noch kann sie den Zipfel eines rotes Hemdes erkennen, dann ist er schon um die Türecke verschwunden.
„Hey Mike! Wartet gefälligst!“, sie verfällt in einen leichten Trab und hört schon die Kinder draußen vergnügt schreien.
Michael steht mit dem Rücken zu ihr auf dem Hof, hält einen weißen Schirm über dem Kopf und beobachtet seine Kinder, die sich kreuz und quer um die drei Rolls Royce jagen, die hier gerade einer größeren Politur- und Säuberungsprozedur unterzogen werden. Als er Lisa Maries Schritte hört, dreht sich Michael um. Pechschwarze Augen mustern sie. Die langen Finger umklammern den Stiel des Schirmes:
„Hallo! Wie du siehst bin ich fertig...“, kleine Fältchen kräuseln sich um seine Mundwinkel. Ein Lächeln liegt auf dem weiß schimmernden Gesicht.
„Na, dann lasst uns gehen. Prince! Paris! Es geht los!“, Lisa hängt sich an Michaels Arm. Der deutet noch auf einen Schmierstreifen am Fenster eines der Autos und blinzelt dem jungen Mann, der in blauer Arbeiterhose ganz verzweifelt an der Kühlerfigur poliert, zu. Dann schlagen sie den Weg in den Park ein.
Es ist noch früh am Morgen. Die Tennisplätze werden von langen Fontänen besprenkelt. Der zweieinhalbjährige Prince Michael Junior hat die langsam im Kreis wandernden Wasserstrahlen sofort erspäht und rennt auf sie zu. Fröhlich quietschend versucht er, die Tropfen zu fangen.
„Prince, du wirst bestimmt krank...“, murmelt der besorgte Vater, bekommt jedoch Lisas Ellenbogen in die Rippen geboxt.
„Es ist so warm, er ist in fünf Minuten wieder trocken!“
Michael gibt sich geschlagen. Prince reißt sich von seinem Spiel los und stolpert über eine Stufe, die eben bestimmt noch nicht auf dem Weg gelegen hatte! Schon rennt er vergnügt weiter vor den Erwachsenen her.
Die ein Jahr jüngere Paris versucht ihrem Bruder zu folgen. Da sie doch noch recht wackelig auf den Beinen ist, purzelt sie immer wieder ins weiche Gras. Dort bleibt sie dann einen Moment lang sitzen und blickt verdutzt umher. Doch noch bevor ihr Vater sie erreichen kann, steht sie schon wieder auf ihren kurzen Beinchen und stapft munter weiter. Michael macht den Eindruck, als wollte er seinen Kleinen am liebsten hinterherrennen, doch er nimmt sich zusammen und geht anständig erwachsen neben Lisa her.
Die Kinder haben den kleinen Hügel am Rande des Sees als erste erreicht. Oben angekommen warten sie stolz auf die beiden Erwachsenen.
An einem schattigen Plätzchen auf einer Wiese, von wo aus man einen malerisch schönen Blick auf den großen, künstlich angelegten See der Ranch hat, breitet Michael eine bunte Decke über den Boden. Mit Müh und Not und vor allem viel Geduld kann Lisa ihn überreden, den Schirm beiseite zu legen. Michael fürchtet die Sonne so sehr als wäre er eine Fledermaus - in seinem Fall kann Lisa Marie das aber auch verstehen.
Dann packt Lisa den Korb aus. Michael sieht verblüfft zu, wie sie nun aus dem Nichts ein ganzes Mahl hervorzaubert. Da sind plötzlich Käse, Kaviar, Lachs, Pizza, Brötchen, Tomaten, Gurken, alle möglichen Obstsorten, Joghurts, Mich, Kakao und Saft für die Kinder, sowie eine Kanne Kaffe, Kekse und sogar Kuchen. Außerdem zieht sie aus ihrem Zauberkorb ein paar Stofftiere, sowie Papier und Farben hervor. Und natürlich mußte auch Erwin, Paris kleiner und schon ziemlich verwaschener Plüschpinguin mitkommen. Paris würde Erwin niemals hergeben, auch wenn sie dafür hundert neue, große Pinguine bekäme.
Michael hockt im Schneidersitz da und staunt mit großen Augen:
„Sag mal, kann es sein, daß du heute Nacht den Weihnachtsmann getroffen hast?“
Lisa lacht auf. Hell klingt ihre Stimme in das Tal:
„Nein, nicht ganz. Ich würde eher sagen, es war so etwas wie ein Engel!“, sie blinzelt ihm zu. „Weißt du, er hat mir heute nacht hier Asyl gewährt. Es ist allerdings ein etwas ungewöhnlicher Engel gewesen, er hatte braune Augen, schwarze Haare ganz weiche Lippen...“
Michael blickt verlegen zu Boden. Er nimmt seinen Hut ab und dreht an ihm herum. Lisa schmunzelt immer noch. Sie nimmt ihm den Hut aus den Händen und setzt ihn ihm wieder auf den Kopf. Dann greift sie nach einem Teller und drückt ihn Michael in die Hand:
„Los, jetzt wird gefrühstückt. Auch Engel müssen etwas essen.“
„Müssen sie nicht!“, protestiert er halb scherzend.
„Doch, wenn sie so abgemagert sind wie du, dann schon.“, hält Lisa trocken dagegen.
Also fügt er sich, und auch die Kinder langen kräftig zu. Für die Kleinen ist es das Schlaraffenland. Endlich einmal können sie sich aus dem ganzen Haufen Köstlichkeiten heraussuchen, was sie am liebsten mögen, anknabbern, liegenlassen, das nächste herholen, anknabbern, liegenlassen, und so weiter. Prince findet das unheimlich toll. Zumindest so lange, bis Tante Lisa streng Einspruch erhebt.
Das Wetter ist ideal. Es ist warm, doch nicht zu heiß. Sogar hier draußen merkt man, daß es Herbst wird. Die Sonne brennt nicht mehr so sehr, was die Sache für Michael erträglicher macht. Er kann es in seinem langärmligen Seidenhemd, dessen Farbe jedes Feuerwehrauto zum Erblassen bringen würde, gut aushalten, währenddessen die Kinder und Lisa ohne weiters auch kurze Sachen tragen können.
Michael versucht, seinen halb ausgelöffelten Joghurtbecher dazu zu bringen, im Gras nicht ständig umzufallen. Dann legt er sich auf den Rücken und streckt sich genießerisch aus. Unter sich spürt er die weiche Erde seines kleinen Stückchens Land.
„Michael?!“
Doch er reagiert nicht. Lisa schüttelt grinsend den Kopf und beugt sich über den Korb. Laut kruschtelnd sucht sie noch ein Fläschchen des heiß begehrten Bananennektars für Prince heraus. Der Junge greift gierig danach. Sein goldblondes Haar glänzt in der Sonne. Eine lange Weile beschäftigt sich Lisa Marie mit den Kids. Sie wartet darauf, daß der begnadetste Träumer unter dem Sternenhimmel wieder in die reale Welt zurückkehrt.
Aber Michael läßt sich Zeit. Ohne daß sie es bemerken würde, beobachtet er seine Ex-Frau. Er sieht wie die Muskeln ihrer wohlgeformten Arme arbeiten, als sie Paris in die Luft hebt. Im enganliegenden Minirock und dem knappen weißen Trägershirt kommt ihre Figur erst recht zur Geltung. Ja, Lisa Marie Presley kann jedem Mann den Kopf verdrehen – auch Michael Jackson. Michael verkneift sich einen bewundernden Seufzer. Und Lisa ist nicht nur schön, sie hat auch Charakter, Humor und ein warmes Herz. Es ist so viel mehr als Freundschaft, was sie beide verbindet. Es ist das Leben.
Michael schließt die Augen und genießt die Sonnenflecken, die sich durch den Schatten des Baumes schummeln und sein Gesicht wärmen. Vögel zwitschern hunderte von Melodien. Sein Geist versucht sofort, sie einzeln zu erfassen - vergeblich. Der kleine Wasserfall unten am See rauscht. Im Vordergrund hört Michael seine Kinder freudig lachen. Die beiden kugeln im Spiel über die Wiese.
Plötzlich schreckt er auf, als er etwas Kaltes an seiner Nasenspitze fühlt. Zunächst kann er gar nichts erkennen, es ist viel zu hell. Er blinzelt gegen die Sonne und erahnt Lisa, die ihm mit einer Rebe voll praller, dunkelroter Weintrauben vor dem Gesicht herumwedelt. Die Farbe der Früchte beißt sich irgendwie mit der seines Hemdes.
Mit spitzen Lippen angelt Michael nach einer der süßen Trauben. Eine gönnt die Elvis-Tochter ihm auch. Gierig schnappt er schon nach der nächsten, doch Lisa macht sich einen Spaß daraus, die Rebe immer wieder nach oben zu ziehen. Sie kichert ausgelassen.
Als Prince ihr Spielchen bemerkt, nimmt er seine Schwester an der Hand und zieht sie in Richtung der Erwachsenen. Er nimmt ebenfalls eine Rebe aus dem Korb und gibt seiner Schwester die Hälfte. Während das Mädchen sich aber lieber damit beschäftigt, selbst die lustigen, runden Kugeln vom Stengel zu rupfen und genau zu begutachten, tut Prince es Lisa gleich und hält die Trauben ebenfalls über seinen Vater. Er scheint Michael allerdings freundlicher gesinnt als Lisa, denn er macht es ihm nicht gar so schwer. Statt dessen klatscht er ihm das Obst direkt aufs Gesicht.
„Hmpf!“, ist das einziges Kommentar seines Daddys.
Lisa hält sich den Bauch vor lachen, und Prince kichert in den höchsten Tönen. Aus lauter Solidarität quietscht Paris natürlich auch mit. Michaels Bauch beginnt, vielsagend zu wippen, und unter den Traubenberg klingt ein Glucksen hervor:
„Prince, du Lümmel - was machst du denn mit deinem Vater...?“, so oder so ähnlich lautet sein etwas unverständliches Kommentar. Dann beginnt er, mit dem Mund die Trauben von den feinen Ästchen zu angeln. Lisa beobachtet fasziniert, wie nur seine feinen Lippen mit einer außerordentlichen Geschicklichkeit arbeiten. Lange dauert es nicht, da rutscht der Rest von Michaels Gesicht:
„Oh! Es werde Licht...“
Da hat aber Paris schon eine neue Entdeckung gemacht. Man kann diese interessanten Kugeln auch ganz gut dazu verwenden, sie zunächst einmal auf eine größere Fläche zu legen - zum Beispiel den Bauch ihres Vaters. Wenn man dann mit der Hand darauf patscht, gibt es ein ganz ulkiges Geräusch - PLOPP - und eine lustige, glibberige Masse läuft aus ihnen heraus. Paris vergnügt sich königlich. Michael hebt zunächst nur den Kopf und schaut interessiert zu, dann wird es ihm die Sache aber doch ein wenig zu klebrig.
„Igitt... Paris! Das macht dir wieder Spaß! Und nachher, wenn das Zeug vergärt, dann verkaufst du mich wahrscheinlich auch noch als Weinflasche, oder?!“
Das Mädchen lacht begeistert. Prince zumindest scheint die Traubensaftpfütze auf dem Bauch seines Dads nichts auszumachen. Kurzerhand setzt er sich nun rittlings genau da hinein und beginnt, begeistert auf und ab zu hüpften:
„Hüa Daddy - Hüa! Ich will reiten!“
„Au ja, breche mir doch die Rippen!“, ächzt der geplagte Vater. „Ach nein, Prince, laß das! Bitte nicht jetzt...“
„Ach, komm schon Mike, das kannst du deinem Sohn doch nicht abschlagen!“, für die unerwartete Unterstützung winkt Prince Lisa heftig zu. Schon haben sie gewonnen. Wie könnte Michael Jackson auch seinen Kindern etwas verwehren?
„Gut, gut, ich hätte eigentlich wissen müssen, daß ihr euch gegen mich verschworen habt!“, brummt er ergeben. Er hebt seinen Sohn von seinem Bauch herunter und dreht sich auf alle Viere. Schon hat Prince seinen Rücken erklommen. Das Musiktier schnaubt nun wie ein Reittier, und dann geht es los, direkt in die Prärie.
Vergnügt sieht Lisa zu, wie der größte Star der Welt barfuß auf allen Vieren über die Wiese krabbelt und dabei schnaubt und wiehert wie ein edler Hengst. Prince gibt ihm auch fleißig die Sporen:
„Los, schneller, Mike!“, Lisa klatscht in die Hände.
„Ja, hüa, schneller, Daddy!“, ruft auch Prince.
„Das hättet ihr wohl gerne...“, doch Michael fällt tatsächlich ein wenig mehr in Trab.
„Man, hast du ein knackiges Hinterteil!“, gurrt Lisa Marie halb im Scherz und mehr zu sich selbst. Dennoch kann sie ihre Augen nicht recht bei sich behalten.
Nachdenklich legt sie den Kopf schräg. Heute krabbelt Michael da so albern auf dem Boden herum. Er ist Vater und sollte inzwischen eigentlich ein erwachsener Mann sein. Aber ist er das wirklich? Lisa hat das Gefühl, als wäre er innerlich jünger denn je. Ob das wirklich nur der Einfluss seiner Kinder ist? Damals, als sie ihn richtig kennengelernt hatte, als sie begonnen hatten, sich regelmäßig zu treffen, da war ihr alles so ganz anders vorgekommen. Da hatte sie das Gefühl gehabt, einem jungen Mann gegenüber zu stehen, der äußerlich und innerlich in der Tat das Alter von etwa dreißig Jahren hatte. Nur zu gut kann sich Lisa Marie an diesen Abend erinnern, als sie mit ihm zum ersten Mal zum Dinner ausgewesen war...
Es war ein lauwarmer Abend gewesen und sternklar. Die Sonne hatte eben ihre letzen Strahlen hinter die Berge gezogen, als Lisa Marie in einem eleganten, eng anliegenden Abendkleid aus ihrer Limousine stieg. Vor ihr erhob sich in seinem ganzen Prunk das ‘Ivy‘, eine der erlesensten Gastronomien Hollywoods. Hier sollte sie in ein paar Minuten Michael treffen. Das machte sie etwas nervös, was sie eigentlich nicht verstehen konnte. Schließlich kannte sie den Sänger seit vielen Jahren, und sie waren gut befreundet. Trotzdem, seit etwa drei Monaten war es etwas anders, immer wenn sie ihn sah, bekam Lisa plötzlich ein wenig weiche Knie.
Heute Abend wollte sie endlich herausfinden, woran das lag. Sie wollte wissen, woran sie war, was sie für Michael empfand und welche Warnungen ihrer Mutter berechtigt waren. Denn Priscilla hatte sie immer und immer wieder regelrecht angefleht, sich nicht mit diesem Mann einzulassen. Sie hielt von Michael Jackson etwa so viel wie ein Wolf von Karotten. Wie auch immer, für diesen Abend hatte sich Lisa Marie einiges vorgenommen!
Sie hatte schon ihren Tisch im ersten Stockwerk am Fenster eingenommen, und blickte unruhig nach draußen, als Michael Jacksons weißer Rolls Royce schon langsam angerollt kam. Lisa beobachtete, wie die schlanke Gestalt ausstieg und vom Fahrer einen Strauß Blumen entgegennahm, der wohl für sie bestimmt war. Sie lächelte still.
Michael trug einen schwarzen Hut, einen langen, dunklen Mantel, eine Sonnenbrille und einen ebenso schwarzen Mundschutz. Wie immer lauerte schon eine ganze Reportermeute vor dem noblen Lokal, immer auf der Suche nach einer Titelstory für die nächste Ausgabe ihrer Klatschblätter.
Lisa Marie beobachtete, wie die Reporter gleich einer Meute Geier über Michael herfielen - so schlimm war es nicht einmal bei ihrem Eintreffen gewesen. Doch der King of Pop schob sich mit eingezogenem Kopf durch die Menge, als ob er am Strand spazieren liefe. Und heute Abend begleiteten den Megastar keine Bodyguards.
Als er keine zwei Minuten später an ihren Tisch trat, hatte Michael Mantel, Hut und Brille und die obskure Maske bereits abgelegt. Statt dessen kleidete ihn ein eleganter heller Anzug. Sogar eine Krawatte baumelte sorgfältigst geknotet um seinen Hals.
Galant deutete er eine Verbeugung an, überreichte ihr die Blumen - Rosen, die in einem Aprikot glänzten, wie sie es noch nie gesehen hatte - und setzte sich dann zu ihr. Während sie sich über alles Mögliche unterhielten, versuchte Lisa, ihr Gegenüber zu erforschen. Doch eigentlich hätte sie wissen sollen, daß Michael sofort spüren würde, was sie im Sinn hatte. Schließlich hatte er gelernt, niemandem zu vertrauen und niemals mehr als unbedingt nötig von sich preiszugeben.
Im flackernden Schein der Kerzen, die hier überall brannten, erschien ihr sein Gesicht sonderbar geheimnisvoll. Vielleicht lag das ja daran, was ihre Mutter mit ihr besprochen hatte und sie nun gar nicht mehr wußte, wie sie Michael einordnen sollte. ‘Ach was, dummes Zeug!‘, versuchte sie, sich diesen Gedanken aus dem Kopf zu schlagen. Aber dennoch, obwohl sie ihn seit langen Jahren kannte, hatte sie heute das Gefühl, als wäre das hier gerade jemand anderes. Sie konnte nicht einmal genau festmachen, woran das lag.
Michaels schwarzen Locken legten sich in sanften Schwüngen um sein Gesicht. Damals hatte seine Haut noch die Farbe eines gut gebräunten Europäers. Seine dunklen Augen blickten ruhig in ihre, und das ließ Lisa Maries Herz umso höher schlagen. Michael sprach sanft und leise. Sie mußte sich anstrengen, um ihn zu verstehen. Seine edlen, schmalen Züge vermittelten ihr das Gefühl, als wäre etwas in ihm erwacht, was sie bisher noch nicht von ihm gekannt hatte. Etwas, was sie erregte. Aus dem kleinen Jungen und guten Teenagerfreund war plötzlich ein verdammt attraktiver junger Mann geworden, der ihr Herz schneller schlagen ließ.
Ob er das auch bemerkte? Ob es ihm genauso ging? Lisa wußte es nicht, denn sie konnte Michaels Verhalten rein gar nichts entnehmen.
Aufmerksam erkundigte er sich immer wieder nach ihren Wünschen. Er mußte nur die Hand heben, und schon sprang ein Ober herbei, um ihr Wein nachzuschenken. Michael ließ sich ganz auf sie ein und griff jedes Thema auf, das sie ansprach. Lisa hatte das Gefühl, als würde er mit seinen sensiblen Antennen genau spüren können, was ihr wichtig war. Und dann hüllte er sie mit Worten so ein, daß sie sich einfach nur sicher und gebogen fühlen konnte. Wahnsinn, so etwas hat sie noch nie erlebt!
Ehe sie es sich versah, hatte sie Michael all ihre Eheprobleme erzählt. Er wußte nun, daß sie sich wahrscheinlich bald von ihrem Mann trennen würde, wie sehr sie sich nach Geborgenheit sehnte und nach einem Menschen, dem sie vertrauen konnte. Und die ganze Zeit über war Michael unendlich verständnisvoll und doch so aufmunternd, daß sie nicht einmal bei diesen düsteren Themen unwohl oder bedrückt fühlen konnte. Als er auflachte, funkelten seine Augen wie übermütige Sterne. Der weiche Klang seiner Stimme ließ ihr eine Gänsehaut über den Rücken laufen. Sie konnte ihren Blick kaum von seinem Gesicht nehmen.
Doch sie durfte sich seinem Zauber nicht so einfach hingeben! Vielleicht war ihr Gefühl ja lediglich eine Reaktion ihres nach Liebe ausgehungerten Körpers auf irgendwelche unbewussten Reize! Vielleicht nur deswegen, weil sie diese Aufmerksamkeit schon so lange nicht mehr bei ihrem Ehemann gespürt hatte. Wahrscheinlich hatte sie schon zu lange nicht mehr einfach eine empfindsame Frau sein dürfen... Und wer weiß, wenn er sie tatsächlich nur verführen wollte, um sie dann für seine geschäftlichen Zwecke zu manipulieren, so wie es ihre Mutter vorausgesehen hatte?!
Lisa nahm sich zusammen und setzte sich wieder aufrecht auf ihren Stuhl. ‘Nur jetzt nicht unaufmerksam werden!‘ Vielleicht würde er sich und seine Absichten ja doch noch verraten.
„Lisa, du bist so wunderschön heute Abend. So gar nicht mehr das kleine Mädchen von früher...“, seine Stimme klang wie Kirchenglocken und rann ihr durch Mark und Bein.
‘Und du bist alles andere als der niedliche Kinderstar von damals...‘, sie verschluckte diese Worte. Statt dessen lachte sie ein wenig heißer auf und suchte ihre Stimme:
„Wie war das doch gleich, Michael? Du hast Oprah im Interview erzählt, du gingst mit Brooke Shields aus! Dann darfst du mir aber nicht solche Komplimente machen...“
Michael warf seine langen Haare in den Nacken und kicherte ausgelassen:
„Brooke... Ja, wir sind tatsächlich ein paar mal zusammen Essen gewesen. Das ist aber schon alles. Wir sind ganz gut befreundet, und ich dachte wirklich einmal, es wäre vielleicht mehr zwischen uns... Aber das hat sich dann schnell wieder gelegt. Weißt du, jeder kann sich irren.“, er blickte ihr noch tiefer in die Augen: „Vor allem dann, wenn man für jemand anderen viel mehr empfindet...“
Lisa Marie spürte, wie ihr Gesicht zu glühen begann. Ihre Fassung, die sie gerade zurückgewonnen zu haben glaubte, war schon wieder geschwunden. Sie hoffte nur inständig, jetzt nicht auch noch rot zu werden. In der Tat hörte sie tagtäglich solche Komplimente von jeglicher Art Männer, doch normalerweise machte sie sich nicht viel daraus. Normalerweise.
„Dann bist du also nicht mit Brooke zusammen?“
Schlagartig wurde er ernst:
„Nein.“, antwortete er leise und bestimmt, „Es war gut, das für die Öffentlichkeit so aussehen zu lassen. Außerdem habe ich nie behauptet, daß ich mit ihr zusammen bin. Ich sagte nur, wir seien zusammen ausgegangen. Und das stimmt ja auch.“
„Ja, ja, Michael Jackson lügt nicht, oder?!“, witzelte Lisa. In ihren Augen schimmerte Ironie. War es das, was ihre Mutter gemeint hatte? War es seine gefährliche Klugheit?
„Nein, im Regelfall nicht...“, Michael blieb todernst.
Ob Lisa nun wollte oder nicht, sie mußte ihm glauben. Warum sie den nächsten Satz sagte, wußte sie selbst nicht. Vielleicht wollte sie Hilfe dabei, ihre Gefühle zu ordnen. Und so formulierten ihre Lippen die nächsten Worte beinahe von alleine:
„Michael, meine Mutter mag dich nicht. Sie meint, du willst nur Vaters Geld! Warum sagt sie so etwas?!“
Michael, der gerade einen Schluck aus seinem Glas genommen hatte, hielt mitten in der Bewegung inne. Einen Augenblick meinte Lisa, einen erstaunten Ausdruck in seinen Zügen zu sehen. Dann wanderte eine Augenbraue bis fast an seinen Haaransatz nach oben und er sagte ernst:
„Ist doch klar, deine Mutter macht sich Sorgen um dich. Das mußt du verstehen.“
„Aber ich hasse es, wenn sie so etwas sagt, wenn sie mir vorschreiben will, was ich tun soll und wie ich mein Leben zu leben habe! Woher will sie denn wissen, wie du bist und wer du bist?! Sie kennt sich doch gar nicht! Das ist einfach nicht fair...“
Doch Michael fiel in ihren aufgebrachten Redeschwall. Im Gegensatz zu ihr schien er völlig ruhig zu sein:
„Hey, Lisa, du bist deiner Mutter gegenüber auch unfair. Sie hat Angst um dich! Sie will nicht, daß du verletzt wirst. Alle Eltern fürchten, daß jemand ihren Kindern weh tun könnte! Du bist schließlich in festen Händen, da habe ich in deiner Nähe eigentlich gar nichts zu suchen.“
„Aber wir beide sind doch nur Freunde! Und wenn ich mich von Danny trenne...“
„Ja, wenn! Aber noch seid ihr verheiratet.“
Lisa konnte ihn nur erstaunt ansehen. Daß gerade er ihre Mutter verteidigen würde, hätte sie nicht gedacht. Aber irgendwie hatte sie nun schon fast ein schlechtes Gewissen Priscilla gegenüber. Wie hatte er das nur wieder geschafft?
Als auch der Nachtisch vernichtet war, lehnte sich Michael zufrieden zurück. Er verschränkte die Hände hinter dem Kopf und streckte sich. Lisa mußte einfach auf seinen Oberkörper blicken. Die anmutigen Bewegungen ließen seine geschmeidigen Muskeln unter dem Hemd spielen. Lisa Marie wußte, daß Michael nur so zierlich und schwächlich wirkte. Aber als Tänzer war er in Wirklichkeit durchtrainiert und stark wie ein junger Löwe. Und wenn sie ihn tanzen sah, dann bekam das ganze noch einmal ganz andere Dimensionen.
Noch eine ganze Weile lang blieben sie gemütlich sitzen. Ab und zu blieben die Leute stehen und starrten sie an. Dreimal mußte Michael ein Autogramm geben, doch das schien ihn nicht zu stören. Er tat das wie nebenbei und erzählte Lisa von seiner bevorstehenden Welttournee. Sie hätte ihn gerne begleitet, einfach so, um ein wenig Spaß und Abwechslung zu haben, doch sie hatte in nächster Zeit zu viele andere wichtige Termine wahrzunehmen. Aber vielleicht würde es sich ja trotzdem einrichten lassen, daß sie ihn einmal irgendwo in der Welt besuchen kommen konnte.
Eben noch hatte Michael verträumt lächelnd an seinem Glas genippt, da wurden seine Augen plötzlich tellergroß. Eine halbe Sekunde lang starrte er auf eine der buschigen Pflanzen schräg hinter Lisa, dann hechtete er blitzschnell beinahe unter den Tisch. Lisa Marie fuhr herum, und nun sah auch sie den Mann, der eine winzige Kamera direkt auf Michael gerichtet hielt. Es war ihr unverständlich, wie der Reporter hier herein hatte kommen können. Und wie lange mochte er schon dort stehen?
Der Mann fühlte sich wohl ertappt und machte, daß er davon kam. Doch da nahmen ihn schon die Sicherheitsleute in Empfang und entwendeten ihm die Kamera. Michael hob nur langsam wieder den Kopf. Der Schreck war ihm ins Gesicht geschrieben. Lisa konnte das gut verstehen. Auch sie war es gewohnt, stets und überall fotografiert zu werden, aber sie kannte auch das Gefühl, das einen stets überkam, wenn man wieder einen Reporter hinter einem Busch oder dem Schlüsselloch entdeckte. Da war immer die Frage, bei was er einen gerade abgelichtet hatte...
Michael fing sich wieder, doch Lisa beobachtete, wie seine Augen nun fortwährend unruhig den Raum durchstreiften. Bald schlug er ihr vor, zu gehen. Lisa nickte und versuchte nach wie vor, das Kribbeln aus ihrer Magengegend zu vertreiben. Sie stolperte über die Teppichkante, als sie statt auf sich selbst zu achten, jede seiner Bewegungen nur so in sich aufsog, wie er aufstand, elegant in sein Jackett schlüpfte und ihr den Arm hinhielt. Wie lange hatte sie sich von ihrem Ehemann nicht mehr so angezogen gefühlt? Sie konnte sich kaum noch erinnern - jedenfalls war es lange her...
Ein Kopfnicken des Superstars, eine Handbewegung und schon brauste sein langer Wagen wie aus dem Nichts heran. Die lästigen Reporter stürzten wie die Fliegen auf sie. Michael zog den Kopf ein, doch er lotste seine Begleiterin ohne zu Zögern sicher durch das Gewühl und half ihr in den Rolls Royce.
Eines schien sicher. „Michael Jackson und Lisa Marie Presley!“ Die Schlagzeilen der Klatschblätter der nächsten Zeit waren gemacht.
Lisa lacht auf. Dem armen Pferd stehen schon die Schweißperlen auf der Stirn, und es schnaubt erschöpft. Inzwischen thront Paris auf Michaels Rücken und lacht vergnügt.
Als das Roß auch den letzten Reiter abgeladen hat, kommt es wieder bei Lisa an und reibt seine weiche Schnauze an ihrer Brust.
„He, laß das! Du besabberst mich ja noch!“, lacht sie. Mit schräggelegtem Kopf, vielsagendem Blick und hochgezogenen Augenbrauen mustert sie den immer noch auf allen Vieren verweilenden Michael.
„Nein!“, wehrt der sich matt, noch bevor Lisa überhaupt den Mund aufmachen kann. „Komm gar nicht erst auf dumme Gedanken! Du wirst heute nicht auf mir reiten! ...Nicht noch mal...“, die letzten Worte hatte nur sie hören können. Und dafür erntet er auch prompt einen leichten Klaps auf den Kopf.
„Ach, du, mein Pferdchen...“, sie packt ihn an den Schultern und wirft ihn kurzerhand um. Michael kugelt, nun eher wie ein junger Hund, ergeben ins Gras und Lisa hinterher.
Doch sie halten inne, als die Kinder plötzlich wieder auftauchen. Die Geschwister setzen sich neben den Erwachsenen auf die Wiese und beobachten das rot-weiße Knäuel offensichtlich äußerst interessiert. Lisa richtet sich auf und zieht ihr etwas verrutschtes Oberteil zurecht:
„Prince, mein großer Junge, wie wäre es, wenn du mit Paris ins Haus gehst und uns die Sonnencreme für deinen Vater holst?!“
„Nein. Daddy soll anrufen, dann bringt Amanda das her!“
Lisa sieht den Jungen noch verblüfft an, da greift der schon nach dem Handy seines Vaters, das Michael ihm bereits entgegenhält. Die beiden Männer scheinen sich ja sehr einig zu sein.
„Du rufst an...“, murmelt Michael nur.
Aber Lisa schnappt das Handy aus seiner Hand, bevor Prince es erreicht hat.
„Niemand ruft an! Prince, du tust, was ich dir gesagt habe!“
„Wieso denn?“, der Junge scheint über ihren scharfen Tonfall ganz verdattert zu sein. Michael runzelt ebenfalls die Stirn.
„Weil...“, Lisa senkt die Stimme, „weil ich wissen will, ob du das schon ganz alleine schaffen kannst. Und wenn du dabei auch noch auf Paris achtgeben kannst, dann bist du schon ein richtig großer Junge!“
„Ja, ich bin ein großer Junge!“, unter dem Joghurt-bekleckerten T-Shirt bläst Prince seinen Bauch auf.
„Na, da bin ich wirklich gespannt! Am besten, ihr geht zu Amanda oder zu Janice. Die werden euch sagen, wo ihr die Creme finden könnt, okay?“
Prince nickt, sichtlich stolz einen so wichtigen Auftrag erhalten zu haben. Die Erwachsenen schauen den Kindern nach, bis sie Hand in Hand den Hang hinunter aus ihrem Blickfeld gewatschelt sind.
„Michael,“, Lisa kneift die Augen zusammen, „ich will dir ja nichts vorschreiben, aber du musst wirklich aufpassen, daß du den Kids auch einmal Schranken setzt. Sonst trampeln sie dir irgendwann auf der Nase herum!“
„Wie meinst du das?“, er kaut auf seiner Unterlippe herum.
„Dein Sohn scheint jetzt schon zu wissen, daß es Kindermädchen und Bedienstete gibt, die alles für einen erledigen. Räumt er auch mal sein Zimmer selbst auf?“
Michael runzelt die Stirn:
„Nein, dafür gibt es doch wirklich Bedienstete...“, es klingt nicht einmal arrogant, nur ganz unglaublich naiv.
„Hattest du welche, als du klein warst?“, Lisa packt ihn um den Hals und zieht ihn ins weiche Gras.
„Nein... Ich weiß, was du meinst! Aber ich glaube nicht, daß meine Kinder verzogen sind - wenn du drauf hinaus willst...“
„Ich will auf gar nichts hinaus. Ich will nur, daß du dir manchmal Gedanken machst.“
„Okay.“, mit einer gekonnten Handbewegung schnippt Michael sich den Hut vom Kopf, „Aber du scheinst ja genau zu wissen, wie man störende Kinder beseitigt...“, murmelt er lächelnd. „Nur, Lisa, meine Kinder stören eigentlich nie!“, für eine Sekunde verschwindet das Lächeln.
„Bei manchen Dingen stören auch deine Kinder, mein Junge! Jetzt können wir nur hoffen, daß sie auf dem Weg nicht unter einen Rasenmäher kommen oder in den See plumpsen.“
„Was?!“, Michael fährt entsetzt wieder in die Höhe.
„Ach du Spinner! Das glaubst du doch selber nicht!“, sie zieht ihn sanft zu sich heran. Michael lehnt an ihrer Schulter und sieht zu, wie sie aus dem Picknickkorb ein verführerisch duftendes Baguette und eine Schale mit Kräuterquark kramt. Wie eine perfekte Hausfrau beschmiert sie es und drückt es Michael in die Hand. Lisa hatte es schon immer genossen, ihn zu verwöhnen, und er hatte sich auch ganz gerne verwöhnen lassen.
Als er sich die spärlichen Reste von den Fingern schleckt, meint sie wie nebenbei:
„Siehst du, du hast doch gar nichts gegen Knoblauch...“
„KNOBLAUCH?!“, in seinen Augen steht schiere Panik, „Lisa, das ist doch nicht dein Ernst! Ich habe heute Mittag eine wichtige geschäftliche Besprechung! Da kann ich doch nicht...“
„Ach, das bißchen.“, sie winkt grinsend ab.
„Bißchen?!“, Michaels leise Stimme wird ungewöhnlich scharf, „Jetzt kann ich die Besprechung vergessen! Mensch Lisa, das war wichtig!“
„Mike, wer auch immer etwas von dir wollte, er wird wiederkommen. Alle richten sich nach dir! Und falls du Sorge hast, daß dem nicht so ist, dann gehst du eben mit einer Knoblauchfahne...“
„Nur über meine Leiche!“
„Siehst du, das wußte ich...“, sie gibt ihm lachend einen Stüber auf die stecknadelkopfgroße Nasenspitze, „Du sagst Dean einfach, er soll dich abmelden!“
„Lisa, Dean ist mein Sicherheitschef nicht mein Dienstmädchen!“
„Ach wirklich?“, sie zuckt die Schultern, „Ich hatte das Gefühl, als wäre er schon lange dein zweiter Manager. Oder wie würde man sagen, ein persönlicher Sekretär?! Und gerade jetzt nach seiner Beinverletzung... Robin hat die Security doch auch gut im Griff, oder?“, ein Lächeln umspielt ihre Mundwinkel, als sie an die Brüder denkt, von denen alle behaupten, sie würden sich ähneln wie ein Ei dem anderen. Aber Lisa findet das überhaupt nicht. Gewiß, sie sind beide recht groß, schwarz und kräftig und sogar der dünne Schnurrbart scheint bei beiden nur in haargenau derselben Form zu wachsen. Aber dennoch würde sie sagen, daß der ältere Dean einen eher bulligen Eindruck macht, währenddessen sein Bruder etwas von einem Mops hat. Und Robin hat auch nicht die lustigen Pausbacken seines großen Bruders.
Michael bohrt mit dem Finger nachdenklich in seinem Kinngrübchen herum:
„Hm, na ja, du hast nicht ganz unrecht. Und in Sicherheitsfragen steht Robin Dean in der Tat kaum mehr hinterher... Trotzdem, Dean ist schon so lange mein Sicherheitschef...“
„Na, mach was du willst. Jedenfalls wirst du wohl oder übel heute den restlichen Tag mit mir verbringen müssen! Tut mir wirklich leid...“
„Oh, Lisa! Du hast das mit Absicht gemacht?!“, manchmal ist er doch unheimlich arglos.
„Nur ein ganz kleines bißchen.“
Da muß auch Michael lachen. Lange schmusen sie miteinander wie zwei junge Katzen. Michael vergißt das Studio und den verpatzten Termin. In diesen Minuten ist er unbeschwert und glücklich. Er genießt es, jemanden an seiner Seite zu haben. Jemanden, der mit ihm redet wie mit einem normalen Menschen, jemanden, der ihn in den Arm nimmt. Lisa massiert ihm sacht den Nacken.
„Lisa...“
„Hm?“
„Siehst du auch wie bunt alles ist?“
„Hm?“, es klingt verständnislos.
„Ich lese da gerade ein Buch. Wußtest du, daß es einmal eine Zeit gab, da es noch gar keine Farben gab? Da war die Welt nur schwarz-weiß. Muß fürchterlich gewesen sein... Aber heute strahlt alles als wäre dem lieben Gott der Regenbogen ausgelaufen, findest du nicht auch! Die Bäume, das Gras, der Himmel, du und diese Ameise hier und... Au! Sie hat mich gebissen!“, er quiekt empört und schnippt die Ameise von seinem Bein hinunter dem Hut hinterher. „Oh je, meinst du, ich habe sie getötet...?“, in Sekundenschnelle glänzt Sorge in den mandelförmigen Augen.
„Ach was!“, Lisa Marie grinst, „Mike, du bist schon verrückt! Und außerdem hat der Liebe Gott die Welt bereits mit Farben erschaffen. Aber solange du mir nicht erzählst, daß hier kleine, grüne Männchen herumlaufen, hält sich ja alles noch im Rahmen des Ertragbaren...“
Michael seufzt. So ganz hatte sie ihn nicht verstanden.
„Du hast im Studio gerade einiges um die Ohren, stimmt’s?“
Er deutet ein Nicken an.
„Dean hat es mir erzählt. Er meint, du würdest dir sehr viel Streß machen...“
„So, das kann er also beurteilen?“, brummt Michael mißmutig. „Sag mal, kann es sein, daß ihr euch irgendwie gegen mich verschworen habt?“
„Blödsinn! Aber jeder, der dich kennt, weiß, daß du übertreibst. Immer, wenn du an einem Album arbeitest. Er meint, du bist fast jeden Tag vor Sonnenaufgang im Studio und gehst erst spät abends. Dann sind da doch auch noch Prince und Paris, die etwas von dir haben wollen! Und am nächsten Morgen hast du schon wieder einen neuen Song komponiert. Mike, wer macht für dich die Nachtarbeit?!“
„Wer gut sein will, muß auch etwas dafür tun! Mein Vater hat immer gesagt ‘Ihr müßt schwitzen, damit man sieht, daß ihr arbeitet...‘“, er reibt sich die Stelle an seinem Bein, an der plötzlich ein viel zu großer, roter Fleck anschwillt. „...Und es geht schon. Ich schlafe wenig, das weißt du ja...“
„Ja! Wahrscheinlich gar nicht. Das weiß ich. Immer so lange, bis du wieder zusammenklappst. Das wäre ja nicht das erste Mal!“
Er seufzt:
„Lisa, laß mich doch! Jetzt, in diesem Moment, würde mir sehr wünschen, daß es so bliebe wie es gerade ist - nie wieder zurück nach draußen in die Welt zu müssen, an die Arbeit, an all die Probleme... Aber wenn ich wieder dort bin, dann ist es meine Welt. Und das ist sie ja wirklich.“, seine Augenwinkel zucken, „Meine Musik ist mein zu Hause. Auch das weißt du...“
„Klar...“, Lisa hat einen besonders verspannten Muskel an seinem Halsansatz gefunden und knetet erbarmungslos daran herum, „Und daß du dich niemals ändern wirst, das weiß ich auch. Trotzdem, schau dich doch um, Mike. Neverland ist eines der schönsten Fleckchen auf der Erde, und es gehört dir ganz alleine! Wenn es dir da draußen zuviel wird, dann kannst du auch immer hierher flüchten!“
„Ach, wenn es doch so einfach wäre...“, er seufzt plötzlich schwermütig.
Lisa blickt ihn entfremdet von der Seite an, doch da wechselt Michael schnell das Thema:
„Habe ich dir eigentlich schon von unserem Projekt erzählt, das gerade in den Schulen der New Yorker Slums anläuft?“, Lisa hat kaum den Kopf geschüttelt, da erzählt er schon ganz aufgeregt weiter, „Es ist eine Kampagne gegen Drogen und Kriminalität. Ich habe zwei dieser Schulen besucht. Es ist fürchterlich! ...Die Kids sitzen sogar in den Pausen bekifft in den Ecken herum. Und an beinahe jedem Tag gibt es Messerstechereien mit Schwerverletzten...“, in seinen Augen schwimmen Tränen und seine Stimme verklingt, „...Das ist so entsetzlich. Warum muß es denn so viel Elend und Gewalt geben?“
Lisa seufzt:
„Natürlich ist es schlimm. Aber wir werden es alle nicht ändern können.“, nun ist sie es, die schnell das Thema wechselt, „Aber sag mal, wie läuft es eigentlich mit Debbie? Alles beim Alten?“
Michael zögert. Er scheint eine Weile zu brauchen, bis er sich von seinen Gedanken befreien kann.
„Debbie...“, er zieht das Wort lang wie einen ausgelutschten Kaugummi. „Weg. Aus und vorbei! Aber das weißt du doch bestimmt auch!“
„Was weiß ich?!“, Lisa ist verblüfft.
„Na, daß wir uns getrennt haben. Sie hat die Scheidung eingereicht.“
„Nichts weiß ich! Warum habt ihr euch getrennt? Und was ist mit den Kids?!“
„Warum?“, Michael seufzt, „Warum wohl! Sie hat bemerkt, daß ihr mein Leben wohl doch nicht so viel Spaß macht wie sie gedacht hatte. Und die Kinder - na, die bleiben natürlich bei mir!“
„Sicher, wie hätte ich auch etwas anderes vermuten können...“
„Hör mal, Lisa, es war immer klar, daß die Kinder auch im Falle einer Trennung bei mir bleiben würden. Außerdem, wie sollte ich denn ohne Prince und Paris überleben?“, er blickt zu Boden und rupft an einem Grashalm herum. Lisa Marie nickt nachdenklich. Eine Weile herrscht Stille.
„Du weißt, daß ich es dir gegönnt hätte, wenn du mit ihr glücklich geworden wärest...“, warm mustert sie ihn.
Michael seufzt erneut:
„Na ja... Vielleicht hätten wir nie heiraten sollen, aber es war wegen der Kinder. Jetzt hoffe ich nur, daß wir wirklich weiterhin Freunde bleiben können. Denn wir hatten schon viel Spaß zusammen. Weißt du, Debbie ist so ein ungezwungener und fröhlicher Mensch...“, er verstummt. Lisa vermutet in seinen Augen Wehmut und ein wenig Sehnsucht zu erkennen.
„Und wir beide, Michael - was wird aus uns?“, fragt sie nach einer Weile.
„Das weißt du doch...“, er senkt den Blick. Jetzt ist es bestimmt Sehnsucht, die Lisa in seinen Augen sehen kann.
„Du hast recht.“
Ohne viel zu sagen, wissen sie beide, daß auch sie keine gemeinsame Zukunft haben werden. Das Leben gemeinsam zu verbringen, dazu sind sie zu verschieden. Einmal hatten sie es schon erfolglos versucht, Michael Jackson und Lisa Marie Presley, ihre Namen sind wohl jeder für sich zu groß, um sie vereinen zu können. Sie sind beide viel zu eigenständig, viel zu sehr in ihren eigenen Leben verhaftet, als daß sie es aufgeben könnten. Und vielleicht sind sie auch einfach zu gute Freunde.
Ganz unverhofft kichert Michael plötzlich los. Er hatte sich mit Gewalt von seinem Schmerz losgerissen. Lisa weiß, daß diese rauhe Methode oft genug für ihn die einzige Möglichkeit ist zu verhindern, Gefangener seiner tiefen Traurigkeit zu werden. Nun befreit er sich aus ihren Armen, setzt sich auf und blickt sie schelmisch an:
„Ach komm schon, laß uns wieder heiraten, nur so zur Weltbelustigung! Außerdem, meine Kids mögen dich! Und ich finde, wenn du dich anstrengst, dann könntest du sogar kochen lernen...“
In diesem Moment ist Lisa wohl die einzige, die seinen Blick deuten kann.
Alles nur Alltag?
Als Michael ein paar Tage später über die Schwelle des Büros seines Sicherheitschefs gestolpert kommt, grinst er ihn breit an:
„Guten Morgen, Dean. Schöner Tag heute!“, Michael blickt aus dem Fenster als flöge draußen eine blau-gelb gemusterte Kuh vorbei. Ganz versonnen dreht er einen unscheinbarem Brief in den Händen.
„’Nen Morgen, Michael. Na, ich finde, es könnte schöner sein...“, gibt der elegante Schwarze verwundert zurück und streicht sich seinen dünnen Schnurrbart glatt. Das Wetter ist ungewöhnlich grau. Manche Häuserdächer verschwinden in dichten Wolken, die bedrohlich bis tief über der Stadt hängen.
„Ach was, ich find’s toll... Schau mal, was ich heute an diesem wunderbaren Morgen auf meinem Schreibtisch gefunden habe!“, Michael wirft ihm den weißen Umschlag vor die Nase. „Überraschung!“
Dean öffnet das Schreiben und liest den Zettel aufmerksam durch. Das Papier glänzt als könnte es seine Reaktion gar nicht abwarten.
„Mach keine Witze...“, Deans ernste Miene ist gerade noch viel ernster geworden. Forschend blickt er in das eben noch lächelnde Gesicht seines Bosses. Doch das ist zu einer Steinmiene geworden.
„Das ist kein Witz.“, ist Michaels heißeres Kommentar.
„Das ist eine Morddrohung...“, Dean lockert seine Krawatte.
„Lesen kann ich selbst!“, donnert Michael wie ausgewechselt, „Dean, du mußt was tun! Das Ding lag oben auf der Post - zu Hause, auf meinem Schreibtisch!“
„Meine Güte...“, der Sicherheitschef sucht seine Fassung, doch das kräftige Braun seiner Haut weicht kontinuierlich, bis seine Farbe eher der seines Schützlings gleicht. Drohungen gegen den Sänger sind nicht eben etwas besonderes, aber daß gerade Michael selbst derjenige ist, der eine solche als erster in die Hände bekommt und zwar, weil er sie bei sich zu Hause in Neverland vorfindet – das ist etwas, das durchaus sehr, sehr ernst zu nehmen ist. Denn normalerweise geht Post durch mindestens drei Hände, bis sie zu Michael persönlich gelangt!
„Beruhige dich, Michael. Wir werden das regeln. Das ist schließlich nicht das erste Mal...“
„In Neverland schon! Woher soll ich wissen, ob das Ding nur ‘zufällig‘ in meine Post gerutscht ist oder ob da jemand in meinem Haus sitzt, der mich...“, Michael stockt. Nervös preßt er die Fingerspitzen gegeneinander. „Na ja, die Dinge, die er mit mir anstellen möchte, klingen nicht unbedingt so als würden sie auch mir Spaß machen...“
„Nein, nicht wirklich.“, Dean hat bereits den Telefonhörer in der Hand.
„Wenigstens will er nichts von den Kindern.“, Michael läßt sich resigniert in einen der schwarzen Designerstühle sinken. Er verfolgt jede Bewegung des Bodyguards, der die restliche Security alarmiert. Aber schon nach ein paar Minuten springt der Sänger unruhig wieder auf und hält hektisch auf die Tür zu.
„Du regelst das, ich gehe arbeiten...“, murmelt er.
„Halt! Stop! Du bleibst hier!“, brüllt der Sicherheitschef ihm hinterher. Ein außergewöhnlicher Tonfall, um mit seinem Boß zu reden. Deans armen Bruder, Robin, der eben am anderen Ende der Leitung hängt, droht das Trommelfall zu platzen. „Ohne Bewachung machst du gehst du nirgendwo mehr hin - nicht mal mehr ‘für kleine Popkönige’! Hast du mich verstanden, Michael?!“
Michael bremst. In Deans Tonfall steht etwas, was ihn aufs Wort gehorchen läßt. Es scheint, als bliebe ihm nichts anderes übrig, als sich zu fügen und zu warten, bis einer der Bodyguards kommt, um ihm auf Schritt und Tritt zu folgen. Und es dauert auch nicht lange, da betritt Jonny das Büro. Ein bestürzter Ausdruck liegt den Zügen des riesigen muskelbepackten Spaniers. Jonny macht genau das her, was man sich unter einem Zweimeter-Leibwächter so vorstellt:
„Um Gottes Willen, Michael, was ist geschehen?“, die Stimme des jüngeren Bodyguards überschlägt sich. Doch Michael antwortet nicht. Ohne auf Jonny zu achten, wendet er sich an Dean:
„Elizabeth... Sie wüßte, was zu tun ist. Sie weiß immer, was zu tun ist! Was würde ich dafür geben, jetzt mit ihr sprechen zu können...“
Der Gesichtsausdruck des Sicherheitschefs, der hinter seinem Schreibtisch vorgekommen ist, um Jonny den Brief zu zeigen, ist verwundert. Michael und Elizabeth Taylor telefonieren gewöhnlich häufig.
„Na, dann ruf sie doch einfach an!“
Michael schüttelt bestimmt den Kopf. Sein Haargummi fliegt durchs ganze Zimmer. Schnell läuft er ihm schnell und hebt ihn nervös wieder auf:
„Nein. Sie hat schon so genug Sorgen. Es geht ihr nicht gut. Wir haben ausgemacht, daß sie sich meldet, wenn sie die Kraft findet. Und dabei bleibt es. Sie muß sich nicht noch zusätzlich unnötig um mich Sorgen machen...“
„Aber...“
„Nein, Dean!“, braust Michael auf.
„Okay, okay, ich bin ja schon still.“, der Bodyguard zuckt die Schultern, „Deine Entscheidung.“
Michael seufzt schwer und fährt sich mit der Hand über die Stirn. Gerade hat er sogar seine dicken Make-up-Schichten vergessen. Jonny, der durchaus stolz darauf ist, vor diesem Job ein Psychologiestudium angefangen zu haben, legt seinem geknickten Arbeitgeber eine seiner Riesenpranken auf die schmale Schulter. Wenn man nur daran denkt, daß er vielleicht zudrücken könnte, kann man schon Knochen knacken hören. Bemutternd meint er:
„Ich kann dich gut verstehen, Michael. Und dabei bräuchtest du es so sehr, jetzt mit ihr zu reden, stimmt’s? Das würde dir in dieser Situation sicherlich sehr gut tun...“
Michael zuckt zurück und entzieht sich schnell dem Griff des Riesen. Befremdet starrt er ihn an. Dann schiebt er sich flink wie ein Kind hinter seine Mutter hinter Deans Rücken.
„Komische Sache...“, Jonny deutet auf den Brief und runzelt die Stirn.
„Das kannst du laut sagen!“, Dean katapultiert einen ganzen Schwall Luft aus seinen Lungen, „Aber wir werden es klären – gebt mir nur drei Tage!“
Die drei Tage vergehen, aber es tut sich nichts. Es ist als hätte sich lediglich eine Brieftaube verfolgen und die unschöne Nachricht völlig zufällig auf Michaels Schreibtisch fallen lassen. Der Alltag geht weiter, und kaum jemand scheint wirkliche Probleme zu haben, außer...
„Shit!“, Michael fährt herum. Er hält geradewegs auf den Tisch zu, auf dem einige kleine Metallschildchen fein säuberlich hintereinander aufgebaut stehen, nimmt entschlossen eines heraus und schmettert es wutentbrannt in die nächste Ecke.
Leonard Rubens, einer der Produzenten, mit denen Michael gerade zusammenarbeitet, und Samuel Chaine, sein alter Toningenieur, die sich beide ebenfalls im Raum befinden, drehen sich erstaunt au. Nun können sie beobachteten, wie der Star beginnt, hektisch die restlichen Schilder umzuräumen. Eigentlich sehen sie klein, nett und hübsch aus, beinahe wie die edlen Tischkärtchen auf der Hochzeit des Präsidenten. Aber der zahme Eindruck täuscht, schließlich machen sie Michael schon seit geraumer Zeit das Leben zur Hölle. Wie die Zinnsoldaten hintereinander aufgereiht, repräsentieren sie die Songs, die letztendlich auf dem Album erscheinen sollen. Nur kann Michael sich nicht entscheiden, welche er nun endgültig nehmen möchte. Denn er hat schon beinahe hundert Lieder geschrieben, teilweise bereits aufgenommen, und natürlich sind alle gut! So räumt er hier nun täglich um und bringt neue Lieder hinzu. Wie ein Hund, der sich nicht entscheiden kann, welchen Knochen er nun zuerst verspeisen soll, macht Michael den Anschein als würde er vor einem vollen Napf mit Köstlichkeiten langsam verhungern.
Gerade hat er wieder kurzerhand einer wunderschönen Ballade, an der er schon so lange herumgewerkelt hat, den Laufpass gegeben.
„Müll! Alles Müll!“, donnert er.
Rubens verdreht die Augen. So ein Blödsinn! Dieses Lied gehört auf die Platte, da gibt es eigentlich keine Diskussion. Sicher, morgen oder übermorgen würde Michael die Ballade wieder einordnen, aber gerade bringt er sich nur selbst in noch mehr Schwierigkeiten, denn so muß sich auch die Reihenfolge aller anderen Songs ändern.
Verzweifelt buddelt sich der konfuse Popkönig durch seinen Schilderwust. Leonard bekommt schweißnasse Hände. Am liebsten würde er ihm einfach ganz in Ruhe die Schildchen aus der Hand nehmen und wieder so aufbauen, wie sie gerade noch gestanden hatten. Doch eines der höchsten ungeschriebenen Gesetze hier lautet, Michael in einem seiner Anfällen nur nicht hineinzureden.
„So ein verdammter Mist!“, plötzlich fegt Michaels Hand über den Tisch und räumt ihn mit einem Mal ab. Vierzehn Silberplättchen fliegen durch die Luft und klatschen mit einem hohen metallischen Klang an die Wand. Der Sänger peilt diese ebenfalls an, ballt seine Hände zu Fäusten und hämmert sie gegen den harten Beton. Erschöpft hält er inne und läßt den Kopf gegen die kalte Mauer sinken.
„Das hat doch alles keinen Wert...“, murmelt er matt. Chaine seufzt und deutet Rubens mit einem Kopfnicken an, sie alleine zu lassen.
Nachdem der Produzent den Raum verlassen hat, kniet der alte Toningenieur neben seinem Boß nieder. Michael hat sich auf den Boden sinken lassen und hockt mit angezogenen Beinen an der Wand. Samuel legt ihm eine Hand auf die Schulter:
„Hey, Junge, jetzt laß doch den Kopf nicht hängen...“
Doch Michael reagiert nicht. Er starrt nur ins Leere, und glänzende Haarsträhnen fallen ihm in die Augen. Samuel sieht, wie seine Hände unruhig über den Boden fahren und bei jeder Bewegung zittern. Michaels Hemd ist schon wieder vollkommen durchgeschwitzt. So kann das doch nicht weitergehen!
„Mike, wie lange hast du letzte Nacht geschlafen?“, erkundigt sich der ältere Mann gutmütig. Der Musiker deutet ein Kopfschütteln an. „Und die Nacht davor? Verdammt, und die ganze letzte Woche über?!“
Michael blickt seinen langjährigen Mitarbeiter und Freund wortlos an. Dann schüttelt er ihn ab, sucht sich die restlichen Plättchen zusammen und erhebt sich ein wenig schwerfällig. Er kehrt zum Tisch zurück und beginnt, die Schilder wieder aufzubauen.
„Es geht so nicht, Sam.“, seine Stimme ist brüchig. „Es ist alles nicht das, was ich will. Es ist gut, aber es reicht nicht...“
„Es reicht dir nicht.“, erwidert der alte Toningenieur.
Michael nickt:
„Ja. Es reicht mir nicht. Und es ist meine Platte...“
Re: (14) Wer zwischen Himmel und Hölle tanzt
Hallo Alex,
habe inzwischen die beiden Romane gelesen, d.h. es ist schon länger her, dass ich sie gelesen habe, aber ich musste mich auch gedanklich noch einige Zeit damit beschäftigen. Als erstes möchte ich Dir ein ganz großes Lob aussprechen, sie sind einfach klasse. Ich bin echt total beeindruckt, was und vor allem wie Du das alles beschrieben hast. Die Bücher haben meine Erwartungen sogar weit übertroffen.
Angefangen habe ich mit „Wer zwischen Himmel und Hölle tanzt“. Schon das Vorwort ist super, die perfekte Einstimmung auf das, was kommt. Ich habe noch nie ein Vorwort mit so viel Interesse gelesen. Du hast die Thematik so gut auf den Punkt getroffen, das geht ja schon ins philosophische. Aber jetzt zum Inhalt: Die Fakten kennt man ja mehr oder weniger, obwohl ich einiges im Laufe der Zeit auch wieder „vergessen“ oder verdrängt hatte.
Die Geschichten, die Du um diese Fakten herum erzählst, sind Dir wirklich gut gelungen und man hat das Gefühl, dass es wirklich so gewesen sein könnte vielleicht warst Du heimlich Mäuschen und hast alles miterlebt???) bzw. es gibt Momente, in denen man einfach vergisst, dass es vielleicht auch nicht so war; dann fällt einem wieder ein, dass es eben Geschichten sind und sofort stellt sich die Frage, was davon ist Deine Erfindung und was davon entspricht der Realität.
Du hast mir auf jeden Fall, durch Deine Sicht der Dinge, Michael, aber auch die Personen in seinem Umfeld, wieder ein ganzes Stück näher gebracht und ich habe dadurch auch meine persönliche Sicht der Umstände bzw. wie ich ihn als Person sehe, wieder überdacht. Ich musste einige Male sehr lachen, was einfach gut getan hat, aber vieles hat mich auch sehr nachdenklich gestimmt. Und dazwischen dann die Momente, in denen ich einfach nur noch heulen musste. Manche Sätze treffen jetzt in dieser Zeit noch mehr mitten ins Herz, als Du es beabsichtigt hast, da Du das alles zu einer Zeit geschrieben hast, als er noch bei uns war. Das geht mir alles noch sehr nahe und die Tränen stehen mir auch jetzt wieder, während ich das schreibe, in den Augen. Gut ist,> dass sich die Begebenheiten so abwechseln, dass man aus der Heulerei auch wieder rauskommt und es dann wieder etwas zum schmunzeln oder lachen gibt.
Ich weiß nicht, ob ich Dir auch noch etwas zum Inhalt schreiben soll, die Mail wird sonst kilometerlang und Du wirst wahrscheinlich nicht unbedingt die Zeit haben (vielleicht auch keine Lust), das alles zu lesen. Aber vielleicht kommt es ja noch zu einem weiteren Gedankenaustausch, wir werden sehen. Etwas Schwierigkeiten hatte ich mit den Namen der Personen in seinem Umfeld. Wieso hast die Namen eigentlich alle geändert (bis auf einige Ausnahmen)?
Nun noch kurz zu dem ersten Roman. Natürlich merkt man, wie Du ja bereits „vorgewarnt“ hast, dass Du da noch als Autorin unerfahren warst, aber so schlimm finde ich es nicht. Man merkt trotzdem, dass Dir an dem Thema viel liegt und Du dich intensiv damit beschäftigt hast, auch wenn eben die Umsetzung noch nicht perfekt ist. So etwas entwickelt sich eben und Du kannst trotzdem stolz auf Dich sein. Hättest Du nicht damit angefangen, wären später nicht solche tollen Romane entstanden. Einige Begebenheiten tauchen dann ja später in „Zwischen Himmel und Hölle“ nochmals auf und wenn ich es richtig gelesen habe, hast Du dort kleine, aber sehr gute Änderungen/Verfeinerungen vorgenommen. Fazit: es ist eben Dein Einsteiger-Werk und auch wenn es noch etwas „unbeholfen“ ist, es ist auf jeden Fall lesenswert. Und ich bin auch gespannt, wie Du dich als Autorin dann weiterentwickelt hast.
Der letzte Satz war jetzt die Einleitung zu: Ich hätte gerne Nachschub:-).
Ich würde mich freuen, wenn ich ganz bald wieder weiterlesen dürfte…
Bettina
habe inzwischen die beiden Romane gelesen, d.h. es ist schon länger her, dass ich sie gelesen habe, aber ich musste mich auch gedanklich noch einige Zeit damit beschäftigen. Als erstes möchte ich Dir ein ganz großes Lob aussprechen, sie sind einfach klasse. Ich bin echt total beeindruckt, was und vor allem wie Du das alles beschrieben hast. Die Bücher haben meine Erwartungen sogar weit übertroffen.
Angefangen habe ich mit „Wer zwischen Himmel und Hölle tanzt“. Schon das Vorwort ist super, die perfekte Einstimmung auf das, was kommt. Ich habe noch nie ein Vorwort mit so viel Interesse gelesen. Du hast die Thematik so gut auf den Punkt getroffen, das geht ja schon ins philosophische. Aber jetzt zum Inhalt: Die Fakten kennt man ja mehr oder weniger, obwohl ich einiges im Laufe der Zeit auch wieder „vergessen“ oder verdrängt hatte.
Die Geschichten, die Du um diese Fakten herum erzählst, sind Dir wirklich gut gelungen und man hat das Gefühl, dass es wirklich so gewesen sein könnte vielleicht warst Du heimlich Mäuschen und hast alles miterlebt???) bzw. es gibt Momente, in denen man einfach vergisst, dass es vielleicht auch nicht so war; dann fällt einem wieder ein, dass es eben Geschichten sind und sofort stellt sich die Frage, was davon ist Deine Erfindung und was davon entspricht der Realität.
Du hast mir auf jeden Fall, durch Deine Sicht der Dinge, Michael, aber auch die Personen in seinem Umfeld, wieder ein ganzes Stück näher gebracht und ich habe dadurch auch meine persönliche Sicht der Umstände bzw. wie ich ihn als Person sehe, wieder überdacht. Ich musste einige Male sehr lachen, was einfach gut getan hat, aber vieles hat mich auch sehr nachdenklich gestimmt. Und dazwischen dann die Momente, in denen ich einfach nur noch heulen musste. Manche Sätze treffen jetzt in dieser Zeit noch mehr mitten ins Herz, als Du es beabsichtigt hast, da Du das alles zu einer Zeit geschrieben hast, als er noch bei uns war. Das geht mir alles noch sehr nahe und die Tränen stehen mir auch jetzt wieder, während ich das schreibe, in den Augen. Gut ist,> dass sich die Begebenheiten so abwechseln, dass man aus der Heulerei auch wieder rauskommt und es dann wieder etwas zum schmunzeln oder lachen gibt.
Ich weiß nicht, ob ich Dir auch noch etwas zum Inhalt schreiben soll, die Mail wird sonst kilometerlang und Du wirst wahrscheinlich nicht unbedingt die Zeit haben (vielleicht auch keine Lust), das alles zu lesen. Aber vielleicht kommt es ja noch zu einem weiteren Gedankenaustausch, wir werden sehen. Etwas Schwierigkeiten hatte ich mit den Namen der Personen in seinem Umfeld. Wieso hast die Namen eigentlich alle geändert (bis auf einige Ausnahmen)?
Nun noch kurz zu dem ersten Roman. Natürlich merkt man, wie Du ja bereits „vorgewarnt“ hast, dass Du da noch als Autorin unerfahren warst, aber so schlimm finde ich es nicht. Man merkt trotzdem, dass Dir an dem Thema viel liegt und Du dich intensiv damit beschäftigt hast, auch wenn eben die Umsetzung noch nicht perfekt ist. So etwas entwickelt sich eben und Du kannst trotzdem stolz auf Dich sein. Hättest Du nicht damit angefangen, wären später nicht solche tollen Romane entstanden. Einige Begebenheiten tauchen dann ja später in „Zwischen Himmel und Hölle“ nochmals auf und wenn ich es richtig gelesen habe, hast Du dort kleine, aber sehr gute Änderungen/Verfeinerungen vorgenommen. Fazit: es ist eben Dein Einsteiger-Werk und auch wenn es noch etwas „unbeholfen“ ist, es ist auf jeden Fall lesenswert. Und ich bin auch gespannt, wie Du dich als Autorin dann weiterentwickelt hast.
Der letzte Satz war jetzt die Einleitung zu: Ich hätte gerne Nachschub:-).
Ich würde mich freuen, wenn ich ganz bald wieder weiterlesen dürfte…
Bettina
Bettina- Gast
Re: (14) Wer zwischen Himmel und Hölle tanzt
Hi Alex,
da ich jetzt in Eurem Forum angemeldet bin und mich hier jeden Tag rumtreibe, dachte ich, ich schicke Dir von hier aus meine feedbacks zu Deinen Büchern. Hoffe, das ist i.O. für Dich ?
Habe jetzt also "Wer zwischen Himmel und Hölle tanzt" fertig gelesen, und ich muss Dir sagen: unglaublich gut! Keiner hätte es gefühlvoller schildern können. Ich war ehrlich gerührt. Wie Du Fiktion und Realität verbindest ist schon sensationell. Und: man fühlt förmlich seinen Schmerz!!!
Michael Jackson in Romanform kannte ich bisher nur als "Smile with LOVE" von Werner Jakob Weiher (auch ziemlich gut aus meiner Sicht, obwohl dieses Buch nicht so gute Kritiken hatte), aber "Wer zwischen Himmel und Hölle tanzt" ist schon noch ne Klasse besser.
Also, liebe Alex, ich gratuliere Dir zu diesem tollen Werk und mir, dass ich in den Genuss kam, es lesen zu dürfen. Bin schon sehr gespannt auf die nächsten Werke.
da ich jetzt in Eurem Forum angemeldet bin und mich hier jeden Tag rumtreibe, dachte ich, ich schicke Dir von hier aus meine feedbacks zu Deinen Büchern. Hoffe, das ist i.O. für Dich ?
Habe jetzt also "Wer zwischen Himmel und Hölle tanzt" fertig gelesen, und ich muss Dir sagen: unglaublich gut! Keiner hätte es gefühlvoller schildern können. Ich war ehrlich gerührt. Wie Du Fiktion und Realität verbindest ist schon sensationell. Und: man fühlt förmlich seinen Schmerz!!!
Michael Jackson in Romanform kannte ich bisher nur als "Smile with LOVE" von Werner Jakob Weiher (auch ziemlich gut aus meiner Sicht, obwohl dieses Buch nicht so gute Kritiken hatte), aber "Wer zwischen Himmel und Hölle tanzt" ist schon noch ne Klasse besser.
Also, liebe Alex, ich gratuliere Dir zu diesem tollen Werk und mir, dass ich in den Genuss kam, es lesen zu dürfen. Bin schon sehr gespannt auf die nächsten Werke.

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